Was Sie über KRITIS wissen sollten: Der Beitrag erklärt, welche Sektoren als kritische Infrastrukturen gelten und welche besonderen Pflichten sich daraus ergeben. Zudem zeigen wir die Abgrenzung zur neueren NIS2-Richtlinie.
Was ist KRITIS?
KRITIS bezeichnet kritische Infrastrukturen, deren Ausfall oder Beeinträchtigung erhebliche Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit, Gesundheit oder wirtschaftliche Stabilität hätte. Betreiber solcher Infrastrukturen unterliegen besonderen gesetzlichen Anforderungen an ihre IT-Sicherheit.
Welche Sektoren als KRITIS gelten
Zu den klassischen KRITIS-Sektoren zählen unter anderem Energieversorgung, Wasserversorgung, Gesundheitswesen, Finanz- und Versicherungswesen, Transport und Verkehr sowie Informationstechnik und Telekommunikation. Innerhalb dieser Sektoren gelten häufig zusätzliche, sektorspezifische Schwellenwerte, ab denen ein Unternehmen tatsächlich als KRITIS-Betreiber eingestuft wird.
Besondere Pflichten für KRITIS-Betreiber
KRITIS-Betreiber müssen üblicherweise angemessene technische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen nachweisen, erhebliche Sicherheitsvorfälle unverzüglich an zuständige Behörden wie das BSI melden und regelmäßig Nachweise über die Umsetzung ihrer Sicherheitsmaßnahmen erbringen, oft in Form spezialisierter Prüfungen.
Abgrenzung und Zusammenspiel mit NIS2
Die NIS2-Richtlinie erweitert den regulatorischen Rahmen, der zuvor primär für klassische KRITIS-Betreiber galt, auf einen deutlich größeren Kreis von Unternehmen. KRITIS-Regelungen und NIS2 überschneiden sich dadurch inhaltlich stark, wobei KRITIS-Betreiber häufig zusätzlich zu den allgemeinen NIS2-Anforderungen weitergehenden, sektorspezifischen Pflichten unterliegen.
Für spezialisierte Sicherheitsdienstleister im KRITIS-Umfeld bietet die Kombination aus sektorspezifischem Fachwissen und regulatorischer Expertise ein starkes Differenzierungsmerkmal gegenüber Generalisten ohne vergleichbare Branchenerfahrung.
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FAQ: KRITIS
Welche Branchen zählen typischerweise zu KRITIS?
Zu den klassischen KRITIS-Sektoren gehören Energie, Wasser, Gesundheitswesen, Finanzwesen, Transport sowie Informationstechnik und Telekommunikation, jeweils mit sektorspezifischen Schwellenwerten für die tatsächliche Einstufung.
Welche Behörde ist in Deutschland für KRITIS zuständig?
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist die zentrale Ansprechstelle für KRITIS-Betreiber in Deutschland und nimmt unter anderem Meldungen über erhebliche Sicherheitsvorfälle entgegen.
Wie unterscheidet sich KRITIS von NIS2?
KRITIS bezeichnet ursprünglich einen engeren Kreis besonders kritischer Sektoren mit spezifischen Anforderungen, während NIS2 den regulatorischen Rahmen auf einen deutlich größeren Kreis von Unternehmen ausweitet, wobei sich beide Regelungen inhaltlich stark überschneiden.
Müssen KRITIS-Betreiber ihre Sicherheitsmaßnahmen regelmäßig nachweisen?
Ja, KRITIS-Betreiber müssen üblicherweise regelmäßig, oft alle zwei Jahre, den Nachweis über die Umsetzung angemessener Sicherheitsmaßnahmen erbringen, häufig durch spezialisierte, unabhängige Prüfungen.
Was passiert bei einem erheblichen Sicherheitsvorfall bei einem KRITIS-Betreiber?
Erhebliche Sicherheitsvorfälle müssen unverzüglich an die zuständige Behörde gemeldet werden, damit diese die Auswirkungen einschätzen und bei Bedarf koordinierende Maßnahmen ergreifen kann.
Können auch mittelständische Unternehmen unter KRITIS fallen?
Ja, sofern ein Unternehmen die sektorspezifischen Schwellenwerte erreicht, etwa bei der versorgten Bevölkerungsmenge, kann auch ein mittelständisches Unternehmen als KRITIS-Betreiber eingestuft werden und entsprechenden Pflichten unterliegen.
Autor: Jochen Maier
Jochen Maier, Geschäftsführer
Jochen Maier ist Gründer & Geschäftsführer von summ-it und einer der wenigen Agentur-Inhaber, der selbst jahrelang auf Kundenseite erfolgreich war. Als ehemaliger CMO eines internationalen Softwareunternehmens weiß er aus eigener Erfahrung, wie frustrierend es sein kann, wenn Agenturen große Versprechen machen, aber nicht liefern. Mit seinem ausgeprägten Informatik-Hintergrund versteht er die fachlichen und technischen Herausforderungen seiner Kunden aus dem IT- und Software-Umfeld.
Sein Motto: „Wir können nicht alles, aber was wir machen, machen wir richtig gut.“ Diese Klarheit ist ihm wichtiger als jeder Marketing-Sprech – denn am Ende zählt nur, was wirklich funktioniert.
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